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Nicht alle Teile des OpenLab Augsburg sind aufgrund der aktuellen Lage heruntergefahren. Jedenfalls nicht gänzlich. Die 3D-Drucker Gruppe ist trotz Home-Office, im Corona Einsatz. Und das kam so:

Dr. med Henryk Pich vom Uniklinikum Augsburg

Am 18. März hat Josef Průša einen Blogpost veröffentlicht. Da beschreibt er die allgemeine Mangelsituation bei medizinischen Gerät und wie die 3D-Druck Community versucht zu helfen.

Das Drucken von Ventilen für Beatmungsmaschinen wird da genannt. Aber auch Einfacheres wie Gesichtsmasken. Da sind auch kritische Überlegungen dabei. Gedruckte Teile sollten keinesfalls das Risiko des Benutzers erhöhen. Wer kann das schon von seinem Beatmungsventil behaupten ohne ausführliche Tests durchzuführen? Das Gleiche gilt für Gesichtsmasken – keine der verfügbaren Vorlagen sind geprüft und getestet. Durch die rauhe Struktur beim FDM-Druck ist die Oberfläche für Viren viel größer als z.B. beim Spritzguss. Wie man PLA oder PETG richtig desinfiziert, hat auch noch keiner ausprobiert. Aus dieser Problematik heraus wurde ein einfacheres Konzept eines Gesichtsschutzes gewählt. Er besteht aus einem Kopfteil und einem am unteren Ende zu befestigenden Teil, welches eine Klarsichtfolie festhält und in Form bringt. Průša hat aber auch die bestehende Vorlage verbessert und veröffentlicht. Seine Firma druckt nun mittels der dortigen 3D-Druckerfarm auf hunderten Druckern die Version RC2. Er hat der tschechischen Gesundheitsbehörde 10.000 dieser Masken versprochen.

Am 19. März gab es in unserer 3D-Drucker Malingliste einen Aufruf eines Mediziners der aktuellen Bedarf von genau so einem Gesichtsschutz hat. Der daraus folgende Thread an Mails führte binnen weniger Stunden zu zum Drucken bereitstehender Menschen. Auch die Folie wurde schnell gefunden und kann passend gelasert werden. Ich habe aktuell nicht den vollen Überblick, aber wir sind inzwischen kanpp 3-stellig mit den Drucken.

Gestern sind die ersten Prototypen anderen Medizinern vorgestellt worden. Henryk berichtet: “Wir haben entschieden, dass wir die RC2-Masken tatsächlich einsetzen wollen. Insofern seid Ihr gern aufgefordert, mitzudrucken. PETG ist wahrscheinlich die ideale Lösung. PLA geht aus meiner Sicht auch. Es zerfließt ja nicht, wenn man es mit Alkohol abwischt. Farbe ist völlig egal. Ohne Witz: Mich hat schon eine Kollegin gefragt, ob es die auch in rosa gibt.”

Ich kann mich nicht erinnern jemals bei einer Filament Sammelbestellung Material in Rosa geordert zu haben. Adrian hat aber Lila für die Damen. Ob das zum grünen Kittel gut passt …? Wir werden sehen.

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